Das Loft – eine Wohnung im Industriegebäude

Loft Wohnung

Spätestens seit Andy Warhol ist das Loft bekannt. Eine Wohnung in einem ehemaligen Industriegebäude, das hat schon was. Warhols Factory im New York der 60er Jahre war aber beileibe nicht der erste Vertreter dieses neuen Wohnungstyps. Schon 20 Jahre vorher erkoren sich Künstler ein Loft zur Wohnung.

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich einfach nur Dachboden. Er hat aber in den vergangen Jahrzehnten eine Bedeutungsumwandlung erfahren, sodass heute wohl fast jeder mit einem Loft eine Wohnung assoziiert, in der Wohn- und Arbeitsraum vereint sind und die sich in einem ehemaligen Industriegebäude oder in einer Lagerhalle befindet.

Der Geist der Bohème

Was dem Künstlerklischee des 19. und frühen 20. Jahrhunderts die Dachkammer in der Pariser Rue de Rivoli, ist den 1990er Jahren das Loft. Was so ein echter Künstler ist (oder sich für einen hält), träumt von einem Loft, um dort Wohnung zu nehmen. Zunächst basierte die Verknüpfung des Künstlertums mit beiden Wohnformen auf einem einfachen Umstand: Ein Loft war eine günstige Wohnung und für Künstler und Bohemiens erschwinglich.

Das Attribut „schick“ folgt erst einige Jahre später. Und wie immer, wenn eine zunächst recht solitäre Idee zum Allgemeingut wird, schießen die Preise stante pede ins Unermessliche. Entschließt man sich heute, ein Loft als Wohnung zu mieten, zumal in innerstädtischen Gegenden von Großstädten, sollte man schon ein paar Euro auf der hohen Kante haben. Ganz so leicht wie bei Wayne, der sich in Wayne’s World 2 ein Loft mietet und seine Wohnung dort einrichtet, dürfte es heute nicht mehr sein. Aber wer möchte schon nachts von halbnackten Indianern zu Jim Morrison in die Wüste gebracht werden? Obwohl …

Ein Hauch von Loft in der Wohnung

Wer sich eine Loft-Wohnung nicht leisten kann, der kann zumindest ein wenig Loft-Flair in die eigene Wohnung bringen. Indem man zum Beispiel auf Zwischenwände verzichtet und somit große Räume schafft, lässt man den Geist des Lofts durch die Wohnung wehen. Eine Kochinsel hier, die Badewanne dort, das Bett in der Ecke, der Schreibtisch gegenüber – schon ist eine Loft-Atmosphäre geschaffen. Die Wohnung wird nun ganz anders wahrgenommen.

Ganz wichtig für das Loft light ist, dass die Wohnung so wirkt, als sei sie noch nicht wirklich bezogen. Wenige Gegenstände sind im Raum verteilt, alles wirkt wie spontan abgestellt und aus dem Stegreif angeordnet. Bringt man im Raum noch einige Spiegelflächen an, vergrößert er sich optisch deutlich. Und das ist auch nötig, denn ein authentisches Loft ist eine große Wohnung.

Außerdem gilt es, alles allzu Üppige und Barocke zu vermeiden. Das Zauberwort, um eine Prise Loft in die Wohnung zu bringen, ist Reduktion! Aber wer wie Ludwig II. von Bayern wohnen möchte, nimmt sich ja schließlich auch kein Loft als Wohnung oder möchte, dass die Wohnung wie eines aussieht. Insofern: Mut zur Lücke! Und schon weht ein wenig Loft durch die Wohnung!

Bildquelle: flickr.com – © by Dee Speed

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