Ist Milch gesund, was gibt es zu beachten? Fragen, die Verbraucher verunsichern

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Ist Milch gesund? Früher hieß “Ja“, vor allem für die Knochen. Heute steht das Lebensmittel in der Kritik. Inzwischen wird sogar das Gegenteil behauptet. Nämlich, dass regelmäßiger Milchkonsum den Körper übersäuere und so die Anfälligkeit für Osteoporose erhöhe, da der Organismus den Knochen zur Neutralisation das gespeicherte Kalzium entziehe. Ebenso wurde Milch mit der Entstehung von Akne, Neurodermitis, Allergien oder Hautausschlag in Verbindung gebracht. Ist Milch nun gesund oder macht sie uns tatsächlich krank? Eine eindeutige Antwort wird man kaum bekommen, denn sowohl Milch-Befürworter wie -Gegner verteidigen ihren Standpunkt vehement.

Milch als Kalziumquelle: Was ist dran?

Fakt ist: Außer Ballaststoffen enthält Milch fast alles, was der Mensch zum Überleben braucht. Zu 87 % besteht sie aus Wasser, zu nur 4 % aus Fett. Das wiederlegt schon mal die These, Milch mache dick.  Zwar stimmt es, dass Milch wegen ihres hohen Nährwerts als Lebensmittel gilt. Dick macht sie deshalb noch lange nicht. Schuld an Übergewicht sind vielmehr Bewegungsmangel und eine insgesamt zu zucker- und fetthaltige Ernährung. Viele der über 1.000 ungesättigten Milchfettsäuren gelten sogar als gesund. Neben fettlöslichem Vitamin A enthält es z. B. Lecithin, das beim Aufbau der Nervenbahnen hilft.

Die übrigen 9 % Milchbestandteil ergeben sich aus „fettfreier Trockenmasse“. Sie enthält neben Kalzium auch Kalium und Phosphor – Trockenmasseanteil: 0,75 %. „Milch-Gegner“ verweisen an dieser Stelle auf viele Gemüsesorten, die mehr Kalzium enthalten. Das stimmt: In 100 mg Milch sind 120 mg Kalzium, 100 g Grünkohl enthält 212 mg und 100 g Amaranth sogar 490 mg. Die Tagesdosis eines Erwachsenen liegt bei 1.000 mg.

Vor allem ist Milch aber nicht die beste Kalziumquelle, weil sie schwefelhaltige Aminosäuren, Phosphat und tierisches Protein enthält, die stark zur Kalziumausscheidung beitragen. Auch kann aus Milch nur 30 % des Mineralstoffs aufgenommen werden, bei Brokkoli, Rosenkohl und Blattsalaten sind es 40 – 60 %. Der Rest der Milch besteht aus Eiweiß (3,3 %), Zitronensäure, Vitaminen, Enzymen (0,2 %) und Laktose (4,7 %).

Stellt man sich die Frage „Ist Milch gesund?“ oder „was gibt es zu beachten?“ ist es die mögliche Laktoseintoleranz oder -Unverträglichkeit.

Wie gesund ist Milch? Kommt ganz darauf an

90 % der Mittel- und Nordeuropäer können Milchzucker auch als Erwachsene problemlos verwerten. Während in Deutschland rund 15 % unter Milcheiweißallergie oder Laktoseintoleranz leiden, fehlt das Enzym zur Milcheiweißverwertung in Asien 90 – 100 % der Bevölkerung. Weltweit sind über 50 % der Bevölkerung laktoseintolerant. Symptome sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr.

Bei schweren Allergien kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem allergischen Schock mit Asthma, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Ohnmacht kommen. Bei leichterem Verlauf zu Nesselfieber, Augen-, Mund oder Rachenschwellungen oder Hautausschlag. Im Falle von Laktoseunverträglichkeit gibt es auf die Frage „Ist Milch gesund?“ also nur die klare Antwort „Nein“. Milcheiweiß ist -ausgenommen im Rahmen einer Gewöhnungstherapie- konsequent zu meiden.

Für alle, die Milch vertragen ist Milch hingegen durchaus gesund, besonders Vollmilch. Sie enthält viele fettlösliche Vitamine (E, D, K und A). Die bleiben übrigens auch beim Pasteurisieren erhalten. Selbst bei H-Milch, der am stärksten wärmebehandelten Variante, beträgt der Vitaminverlust höchstens 3 %. Kalzium, Eiweißgehalt und Milchzucker bleiben sogar komplett unverändert.

Bildquelle: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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